Annett Louisan in Rostock
Wie angekündigt war gestern nun mein zweites Konzert der Teilzeithippie-Tour 2009 von Annett Louisan auf dem Plan. Jetlag gab es nicht nur eine schnelle Fahrt nach Rostock. Austragungsort Stadthalle. Ich hatte natürlich eine reguläre Eintrittskarte und nach einiger Wartezeit im Foyer Des Hintereinganges auch die Lizenz zum Fotografieren. Dort war einiges Durcheinander mit Eintrittskarten und verwirrten Sicherheitskräften. Aber alles wurde gut.
Den ersten Teil des Abends bestritt wieder Special-Guest Martin Gallop. Diesmal hatte er noch „zwei Freunde“ mitgebracht. Einen Inder in Form eines Ghettoblasters bzw. Tanpura aus der Dose, konkret einen „Randel Saarang MaestroS“ den man hier auch mal probehören kann.
Böse Schwingungen wollte Martin damit vertreiben. Sicher eine gute Idee, denn die erwähnten Sicherheitskräfte wähnten sich doch in der Rolle, auch zur Unterhaltung beitragen zu müssen, statt diskrete Zurückhaltung zu wahren. Darum Oohm! J
Der zweite Freund kam aus Italien und war eine etwas antike Rhythmus-Box. Etwas zickig in der Bedienung, aber wenn sie erstmal lief gab sie doch die fast vergessenen Klänge einer Rhythmus-Box aus den 70ern ab. Schöne Einstimmung auf die Teilzeithippie Stimmung des folgenden Annett Programms. Vorher gab es aber wieder ein Stück mit Hilfe aus dem Publikum. Und in Rostock ließ sich Franziska aus Flensburg nicht lange bitten um Martin dann auch dem Mini Xylophon zu begleiten. Sie passte auch optisch so ins Bild, dass aus der Reihe hinter mir so ein“ die gehört doch dazu kam.
Dann kam aber die, die wirklich dazu gehört J die Hauptperson des Abends. Gestern im eleganten schwarzen Kleid. Ganz schlicht atemberaubender Anblick.
Los ging es wieder mit den „Großen Erwachen“, sonst wurde die Setliste gegenüber Frankfurt aber komplett in der Reihenfolge geändert. Und nach einer knappen Stunde war dann auch überraschend Pause. Zeit für den Prosecco, der dann später auch besungen wurde.
Als Highlights will ich heute mal die Stücke vom ersten Album erwähnen, die im neuen Gewand in dieser Interpretation noch mal richtig Leben bekommen. „Das Gefühl“ beginnt Annett nur mit Gesang, dann setzt leise die Musik ein. Olaf Casimir hat dann noch ein traumhaftes Solo am Kontrabass – Gänsehaut garantiert, wenn man sich drauf einlässt. „Die Trägheit“ mit meinem Lieblingsgitarristen Hardy Kayser, einfach geil und aus „Die Lösung“ wird ein lateinamerikanisches Stück bei dem es einen nur schwer auf dem Stuhl hält. Da waren früher die Konzerte zusammen mit der HR3 Bigband eine gute Inspiration.
Für mich ging alles wieder viel zu schnell vorbei. Nicht für einige aus dem Rostocker Publikum. Offenbar hatten einige Angst, nicht mehr an ihre Garderobe zu kommen. Denn als die meisten Annett und Band noch mit Standing Ovations zur dritten Zugabe bewegen wollten, bewegten sich andere bei abgedunkeltem Saal schon nach draußen. So blieb die letztmögliche Zugabe dann aus. Irgendwann wäre ja sowieso Schluss gewesen . . . Neben dem eigenartigen Rostocker Publikum, gab es noch diese eigenartigen Sicherheitskräfte, mit starkem Geltungsbedürfnis. Völlig unangemessen für so eine Veranstaltung. Gerne erinnere ich mich da noch an die über 80 jährige und sehr freundliche Platzanweiserin am Rostocker Volkstheater, das waren noch Zeiten. Aber da kam auch niemand auf die Idee während der Vorstellung mit Blitz zu fotografieren.




